18|06|2011
Die Bunten Kirchen
Neben schiefergedeckten Fachwerkhäusern prägen, vor allem in der Nähe von Gummersbach, zahlreiche markante Kirchen das Bergische Land. Die vergleichsweise kleinen und schlichten Gotteshäuser wurden als Wehrkirchen erbaut, sie wirken gedrungen und massiv. Ihre farbenprächtige Ausmalung hat zur Bezeichnung „bonte Kerken” geführt. Die Bilder richteten sich vor allem an die ländliche Bevölkerung der Region, die weder lesen noch schreiben konnte, und spiegeln als „Armenbibel“ das theologische Lehrprogramm für die Bevölkerung wider.
Zahlreiche Besucherinnen und Besucher sind der Einladung zu einer kunsthistorischen Entdeckungsreise zu vier dieser „bonten Kerken“ im Bergischen Land gefolgt. Mit dem Bus ging es dabei zu den Bunten Kirchen Marienhagen, Marienberghausen, Lieberhausen und Wiedenest, wo die Teilnehmer viel Wissenswertes erfahren konnten.
Die erste Station war die Bunte Kirche Marienhagen, welche einen Turm aus dem 12. Jahrhundert und Langhaus und Chor aus gotischer Zeit besitzt. Die Wandmalereien sind am Anfang des 14. Jahrhunderts entstanden.
Weiter ging es zur Bunte Kirche Marienberghausen. Der Kirchenbau in Marienberghausen stammt aus der Romanik, der Spätgotik und dem Barock. Das Jüngste Gericht, hier im Gegensatz zu den anderen Kirchen an der Ostwand des Chores, schildert besonders anschaulich die Höllenszene.
Bunte Kirche Lieberhausen war die dritte Station, sie bietet die umfangreichste Ausmalung. Nachdem die Gemeinde im späten 15. Jahrhundert lutherisch wurde, ergänzte man die bereits bestehende Wandmalerei durch neue Bilder und Bibeltexte.
Bunte Kirche Wiedenest war die letzte Station. Diese Bunte Kirche wurde im 12. Jahrhundert erbaut, Chor und Querhaus im 15. Jahrhundert neu und größer errichtet. Die Wandmalereien mit einem Passionszyklus und einem umfangreichen Zyklus der Kreuzauffindung beziehen sich auf einen Splitter des Kreuzes, der hier aufbewahrt wurde.
Link: www.bunte-kirchen.de