Regionale BrückenschlägeZuccalmaglioVorgebirgeMauspfadWahner HeideMaulbeerbaumKönigsforstKottenforstLandwehrOrchideen BraunkohleMaifischHeinrich BöllBever TalsperreFischereimuseumMühlen links und rechts RheinDhünnGazette de CologneA. SchaaffhausenPeter Paul RubensBrüderstrasseRömerstrasseNutscheidHangmoore Bergisches LandStrundeD.H. LawrenceDrachenfelsPark Schloss GrachtVilla ParzivalFreies Land RheinbachRheinische BrunnenheiligeLutz Fritsch, StandortmitteMühlen und MüllerDie süße RübeKathedralenromantikJohann Nepomuk KapelleSchloss Falkenlust, EntenfangBedburger WerwolfAlter Friedhof BonnDer Dom und die LeitungH. Heine und die FlusslandschaftLachs in Sieg und BrölJohannesbrünnchen SeligenthalErzbischof AnnoPflanzenplastik Kölner-, Altenberger DomCassius und FlorentiusEin Pfarrer zu Besuch bei seiner JugendJüdisches Viertel KölnHeilige Stiege auf dem KreuzbergGuillaume Apollinaire im RheinlandMelbtalDoppelgrab OberkasselLola MontezDuffesbachHeisterbachRheinische WeltDie Rheinische Welt per SchiffDie Rheinische Welt per Bus

Wasser und Wein –

Klosterlandschaft Heisterbach

Die Chorruine Heisterbach kennt fast jeder. Kaum einer kennt die Pforte in der Klostermauer, die aus der Zeit führt. Über dem Bibelwort „Tausend Jahre sind vor Gott wie ein Tag“ war ein hiesiger Mönch in schweres Grübeln und in den Wald gleich hinter dem Kloster geraten. Erst der Glockenschlag rief ihn zurück. Inzwischen aber waren 300 Jahre vergangen: So derb wurde der Zweifler über Gottes souveränen Umgang mit der Zeit belehrt.

 

Heute ist diese Pforte meist verschlossen. Erschließen lässt sich dagegen heute noch, wie Heisterbachs Zisterzienser die Siebengebirgslandschaft geprägt haben. Fünf ehemalige Mühlengebäude säumen als Zeugen der Klosterökonomie den Fußweg nach Oberdollendorf. Und in der Talaue vor dem Heisterbacher Torbau zeichnen sich die Umrisse zweier Fischteiche ab. Ihr Innenleben erlaubte den Mönchen, die strengen Fastengebote einzuhalten.

 

Ein spannendes Kapitel ist die auch technisch ausgeklügelte Versorgung Heisterbachs mit Frischwasser. Teils mannshohe Kanäle führten das kostbare Nass dem Brunnenhaus und der Klosterküche zu, ebenfalls lassen sich die Wege des Abwassers nachverfolgen.

 

Wer vom Wasser spricht, darf vom Wein nicht schweigen. Im Siebengebirge haben sich die Zisterzienser große Verdienste um den Weinbau erworben. Inzwischen gibt es wieder einige Rebhänge mehr, die an die große Bedeutung dieser auch wirtschaftlich wichtigen Sonderkultur erinnern.

 

Als die Säkularisation Kloster Heisterbach ereilte, wurde ihm zusätzlich der abgelegene Standort zum Verhängnis. Hier wollte niemand eine Fabrik einrichten wie in Altenberg, auch keine Besserungsanstalt wie in Siegburg oder Brauweiler. Neureiche Bürger rissen sich die Anlage unter den Nagel und nutzten ihre Gebäude als Steinbruch. Es traf auch die Klosterkirche, ihr Mauerwerk wurde unter anderem beim Bau der preußischen Festung Ehrenbreitstein zweitverwendet.

 

Nach heftigen Protesten blieb der Chor des Gotteshauses vom Abriss verschont. Seine glanzvolle, spätromanische Architektur kam der damals angesagten Ruinenseligkeit besonders weit entgegen. Der lauschige Platz tat sein Übriges, ein späterer Besitzer ließ denn auch um den Chor herum einen Landschaftsgarten anlegen. Jetzt stand einer steilen Karriere als romantische Ikone gar nichts mehr im Wege.

 

Übrigens lehrt Heisterbach, dass allgemeine Regeln nicht in jedem Fall zutreffen. Sicher, das Kloster liegt nach zisterziensischer Gepflogenheit im Tal, aber das tat es nicht immer. Auf dem Petersberg, gleich hinter der dortigen Nobelherberge, ist der Grundriss seiner ersten Kirche nachgezeichnet. Die imposanten Abmessungen zeigen, dass sie keineswegs als Provisorium gedacht war.

 

Doch örtliche Grundherren neideten den Mönchen ihren privilegierten Standort. Die Zisterzienser wichen der zumindest drohenden Gewalt. Und haben mit dem Klosterneubau nah am Wasser zweifellos den besseren Teil erwählt.