Rhein-Sieg-Kreis, Stadt Hennef, Gemeinde Eitorf, Gemeinde Windeck
Im Mittelpunkt des Projektantrages ‚Gesamtperspektive Natur und Kultur quer zur Sieg’ steht die Frage, wie die vielfältigen, vom Menschen beeinflussten und geprägten natur- und kulturhistorischen Orte im Siegtal für die Einwohner, die Unternehmen und Besucher in einem integrierten Gesamtkonzept zusammengefasst, miteinander verbunden und erfahrbar gemacht werden können. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang der historische Bezug zum Wasser und zur sakralen wie zur profanen Kulturlandschaft, die für die historische Entwicklung des Siegtals und damit für die heutige Ausgestaltung der Kulturlandschaft von maßgeblicher Bedeutung waren und sind. Durch die punktuelle Inwertsetzung und Kommunikation dieses einzigartig vom Menschen geprägte Profil der Landschaft soll auch die touristische Attraktivität des Siegtals gestärkt werden.
Der Projektansatz zielt nicht ab auf den flächigen Umbau der Landschaft, sondern auf das Vermitteln eines „neuen Bildes“ der Landschaft durch punktuelle, gezielte Projekte. Die Projekte sollen darüber hinaus dazu genutzt werden, vernachlässigte Bereiche im Siedlungs- und Landschaftsraum nachhaltig aufzuwerten.
Anhand dieser Beispielräume und –themen soll eine Landschaftspolitik und Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und/oder zur Planung der Landschaft initiiert und durchgeführt werden, die nachhaltige Strukturverbesserungen in landschaftlicher, städtebaulicher und ökonomischer Hinsicht befördern.
Um eine belastbare planerische und kommunikative Grundlage für die Zielsetzungen des Projektvorhabens zu erhalten, haben die Projektträger Ende 2006 ein externes Planungsbüro mit der Erarbeitung einer ‚Gesamtperspektive Natur und Kultur quer zur Sieg’ beauftragt. Die Gesamtperspektive wird in enger Abstimmung mit den beteiligten Kommunen, dem Rhein-Sieg-Kreis, der Regionale 2010 Agentur und weiteren Akteuren entwickelt. Ein Memorandum - als schriftliches Ergebnis der Gesamtperspektive - ist der Handlungsleitfaden und die Grundlage der weiteren Projektqualifizierung und –umsetzung.
Im Rahmen der Gesamtperspektive wird die vielfältige Kulturgeschichte des Siegtals unter hohen Qualitätsanforderungen lebendig weitergeführt werden. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist die Zusammenführung und Integration städtebaulicher, landschaftsplanerischer, denkmalpflegerischer, kulturhistorischer, touristischer und wirtschaftlicher Vorhaben, was ein wesentliches Ziel der Gesamtperspektive darstellt. Damit bildet sie die Grundlage und Richtschnur zur Integration öffentlicher und privater Investitionen sowie für einen intensiven Dialog aller fachlich Beteiligten und Akteure vor Ort.
Kernbestandteil und Leitidee der Gesamtperspektive sind die Entwicklung von sechs so genannten „Kulturlandschaftsschleifen“, die sich an denjenigen Stellen ausbilden, an denen es eine Verdichtung von natur- und kulturräumlichen Chancen und Potenzialen gibt. Diese sechs Schleifen sollen entlang der Sieg durch den „familienfreundlichen Siegtalradwanderweg“, die Bahn und ein innovatives Informations- und Vermittlungskonzept verbunden und in einen regionalen Zusammenhang gestellt werden.
Für die beiden Schleifen „Eitorf – Sprung an die Sieg“ und „Burg Windeck – kabelmetal – Bahnhof Schladern“ sind im Januar 2009 jeweils städtebaulich-freiraumplanersiche Wettbewerbe mit je eindeutigen Empfehlungen der Preisgerichte abgeschlossen worden. Diese Ergebnisse bilden einerseits die Grundlage für vertiefende Rahmenplanungen für die Wettbewerbsgebiete, andererseits sollen sich daraus wichtige, impulsgebende Bausteine ableiten lassen, die konkret durchgeplant und möglichst im Rahmen der Regionale 2010 umgesetzt werden können.
Den Wettbewerb in Windeck-Schladern konnte das Berliner Büro "bbzl - böhm, benfer, zahiri landschaftne und städtebau" für sich entscheiden; die Arbeitsgemeinschaft "rha reicher haase associierte GmbH" [Aachen] mit "Club L94 Landschaftsarchitekten" [Köln] wurde in Eitorf mit dem ersten Preis ausgezeichnet.
In Eitorf bestand die Kernaufgabe darin, das Ortszentrum wieder mit dem Freiarum an der Sieg und dem Flusslauf zu verknüpfen und dazwischen liegende Bereiche mit neuen Nutzungen zu belegen. In Windeck-Schladern sollte der dort vollzogenen Landschaftswandel erlebbar gemacht werden und der Bereich vom Bahnhof Schladern über Höffers Teich bis zum ehemaligen kabelmetal-Werk geordnet und im Sinne eines östlichen Portals in den Siegkorridor aufgewertet werden.
In der Hauptschleife der Stadt Hennef – Stadt Blankenberg_Bödingen – soll dieser einzigartige Kulturlandschaftsraum auf Grundlage einer „Qualitätsfibel“, die wichtige Themen der weiteren Planung um Umsetzung für alle Schleifen beinhalten wird, behutsam aufgewertet und vermittelt werden.
Auf dem brach gefallenen Industriegelände der Kabel Metall Werke in Windeck-Schladern sollen ein Kultur- und Bürgerzentrum entstehen und bildet damit einen bedeutenden Baustein in einer Kulturlandschaftsschleife.
Mehr Informationen
12/2006
- Beauftragung der ‚Gesamtperspektive Natur und Kultur quer zur Sieg’
seit 01/2007
- Entwicklung der Gesamtperspektive mitsamt der Leitidee, der Entwicklungsziele und der Projektarchitektur in der Lenkungsgruppe und in den Kommunen
06/2007
- Konstituierende Sitzung des Projektbeirats
06/11/2007
- Erste gemeinsame, interkommunale Sitzung der beteiligten Fachausschüsse - Verabschiedung einer einstimmigen Beschlussempfehlung zur Weiterqualifizierung des Projektes
26/11/2007
- Verleihung des B-Stempels durch den Ausschuss der Regionale 2010
2008
- Die Kreisstadt Siegburg unterstützt das Projekt als Projektpartner
15/10/2008
- Zweite gemeinsame, interkommunale Sitzung der beteiligten Fachausschüsse - Verabschiedung einer einstimmigen Beschlussempfehlung zur Weiterqualifizierung des Projektes
- Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung der Projektträger und des Projektpartners
10/2008
- Regierungspräsident Lindlar übermittelt Zunwendungsbescheide für die einzelnen Projektträger [Rhein-Sieg-Kreis: 464.000 Euro, Stadt Hennef: 606.000 Euro, Gemeinde Eitorf: 97.000 Euro, Gemeinde Windeck: 90.000 Euro)
27/10/2008
- Verleihung des A-Stempels durch Herrn Minister Wittke
10/2008
- Offizieller Start Wettbewerbsverfahren in Windeck-Schladern und Eitorf
09/01/2009
- Jurysitzung Wettbewerb Windeck-Schladern mit dem Sieger "bbzl landschaften städtebau" [Berlin]
30/01/2009
- Jurysitzung Wettbewerb Eitorf - Sprung an die Sieg mit dem Sieger "rha reicher haase associierte GmbH" [Aachen] mit "Club L94 Landschaftsarchitekten" [Köln]
03/2009
- Abschluss und Druck des Memorandums "Gesamtperspektive Natur und Kultur quer zur Sieg"
