:beschreibung
Mit ihrer linearen Trassenführung zählt die Römerstraße noch heute zu den markantesten in der Landschaft ablesbaren Elementen der historischen Kulturlandschaft. Die ehemalige römische Staatsstraße von Köln, der einstigen Hauptstadt der Provinz Niedergermanien, ist über weite Strecken im Gelände noch erfahrbar. Sie dokumentiert regionale und überregionale Geschichte. Als interkommunales Projekt unter der Federführung der Stadt Erftstadt soll die Römerstraße Köln-Trier, die so genannte Agrippa-Straße, wie bereits in der letzten Ausschussvorlage ausführlich erläutert, beispielhaft in ihrem Landschaft prägenden Charakter wieder dargestellt und zu einem einzigartigen Erlebnisraum mit angrenzenden „Zeitfenstern“ quer durch alle geschichtlichen Epochen werden. Alleinstellungsmerkmale des landschaftlichen und kulturhistorischem Erbes sollen eine behutsame und nachhaltige Entwicklung erfahren und in ihrer Bedeutung und Linienführung wieder in der Landschaft nachvollziehbar sein – die Römerstraße soll wieder erschließen, zusammenführen und verbinden.
Den mit dem Projektansatz „Erlebnisraum Römerstraße“ der Regionale 2010 verbundenen Zielen sind, mit der Unterzeichnung der „Erftstädter Erklärung“, die Städte und Gemeinden der ILEK-Region „Kalkeifel“ sowie die Anrainerkommunen der durch die EuRegionale 2008 konzipierten „Via Belgica“ [Köln - Boulogne-sur-Mer] grenzüberschreitend beigetreten. Gemeinsam und in enger Abstimmung wird nun über Kreis- und Regionale- Grenzen hinweg angestrebt den historischen Trassenverlauf der „Agrippa-Straße“ und „Via Belgica“ erlebbar zu machen und in geeigneter Form zu vermitteln.
Die Basis für die zukünftige Sicherung, gestalterische Inwertsetzung und Erlebbarmachung dieses einzigartigen kulturellen Erbes stellt eine Rahmenplanung dar, die das Büro WGF Landschaft [Prof. Gerd Aufmkolk], gemeinsam durch die EuRegionale 2008 und die Regionale 2010 beauftragt, zurzeit parallel für beide Römerstraßen erarbeitet und deren Ergebnisse bis Ende 2008 in einem Memorandum zusammengefasst werden.
:sachstand
Die im Rahmen einer gemeinsamen Werkstatt am 17. April 2008 mit allen Anliegerkommunen und Projektbeteiligten diskutierte und verabschiedete Rahmenplanung für die Agrippa-Straße bildet die Basis für die aufbauenden qualifizierende Maßnahmen.
Kooperatives Planverfahren „Kennzeichnungssystem Erlebnisraum Römerstraße“
In einem kooperativen Planungsverfahren sollen fünf Teams aus Landschaftsarchitekten, Architekten und (Kommunikations-)Designer sich mit der Entwicklung eines einheitlichen Kennzeichnungssystems für die Römerstraßen auseinandersetzen. Ziel ist eine Art „Werkzeugkasten“ an Lösungen für die Kennzeichnung/Auszeichnung sowie eines Informations- und Leitsystems im Sinne einer Corperate Identity. Diese beispielhaften Gestaltungen für „Mansiones“ (so genannte Reisegärten), Raumzeichen, Informationspunkten und -stationen, Aussichtstürme und Trassenquerschnitte soll Anwendung auf allen Straßen (Agrippa-Straße, Via Belgica, Limes) finden.
Wettbewerb "Archäologischer Landschaftspark Erftstadt"
In einem europaweit ausgeschriebenen Planungswettbewerb sollen anhand der beispielhaften Gestaltung des Lupenraums Erftstadt Qualitätsmaßstäbe für die weitere Entwicklung der Römerstraßen und der ihnen angelagerten Freiraum- und Siedlungsbereiche entwickelt werden. Dieses ca. 33,5 ha großes Areal, in dem u.a. Funde verortet sind, soll zu einem archäologischen Landschaftspark in Verbindung mit einem Informations- und Ausstellungsgebäude entwickelt werden. Gleichzeitig soll der zu entwickelnde Landschaftspark das Thema Mobilität, angefangen mit der Römerstraße bis zur heutigen Autobahn, erlebbar machen. In diesem Zusammenhang steht auch die gestalterische Einbindung der das Gelände querenden Autobahn A 1. In das Gesamtkonzept sollen auch die Ergebnisse der örtlichen Ausgrabungen und Funde anhand von architektonischen „Schaustellen" präsentiert und für die Besucher erfahrbar gemacht werden.
Ausstellung „Erlebnisraum Römerstraße“
In einer neu konzipierten mobilen Ausstellung wird das Projekt „Erlebnisraum Römerstraße“ in seinem programmatischen Ansatz erstmals auf zwölf Bannern der Öffentlichkeit erläutert und die regionale „römische“ Geschichte für die Bürger greifbar. Inhaltlich zeigt sie einen Überblick über den Verlauf der Straßen, die antiken Funde und die Kulturen die mit ihnen verbunden waren sowie ihre Funktion als Lebens- und Transportadern für das ehemalige Weltreich. Diese Ausstellung wurde bei der Eröffnung der Römerthermen Zülpich am 29. August erstmals präsentiert und wird nun durch alle Anrainerkommen auf Wanderung gehen.
:sachstand
- Januar 2007: Symposium Römerstrasse Köln-Trier (Grundlagen, Elemente und Strategien zur Inwersetzung eines linearen Denkmals)
- April 2007: Unterzeichnung der „Erftstädter Erklärung“
- Juni 2007: Beitritt zur Erftstädter Erklärung durch die Anrainer-Kommunen der Via Belgica im Rahmen des „Langen Tages der Region“ am 21. Juni 2007
- Juni 2007 bis April 2008: Erarbeitung einer Rahmenkonzeption für die Agrippa-Straße und Via Belgica
- August 2007: Werkstattgespräche zur Entwicklung der Via Belgica in Jülich
- Oktober 2007: AKNW-Entwurfsseminar „Erlebnisraum Römerstraße“ in Zülpich
- April 2008: Gemeinsame Werkstatt zur Verabschiedung der Rahmenplanung Agrippa-Straße
- Mai 2008: Erarbeitung einer mobilen Ausstellung zum „Erlebnisraum Römerstraße“
- August 2008: Unterzeichnung des Convenant Via Belgica durch die niederländischen Anrainer-Kommunen der Provinz Limburg in Rimburg am 16. August 2008
- August 2008: Ausstellungseröffnung „Erlebnisraum Römerstraße“ im Rahmen der Eröffnung der Römerthermen Zülpich
- August bis Dezember 2008: Kooperatives Planungsverfahren zur Erarbeitung einer Corporate Identity mit wieder erkennbaren Raumzeichen für den „Erlebnisraum Römerstraße“ [Sichtbarmachung, Bepflanzung, Beschilderung, Möblierung...]
- September bis Dezember 2008: Europaweiter freiraumplanerisch-architektonischer Wettbewerb „Archäologischer Landschaftspark Erftstadt“ zur beispielhaften Gestaltung des Lupenraums der Stadt Erftstadt unter dem Thema „Geschichte der Mobilität“
:nächste planungsschritte
- bis Ende 2008: Vertiefende Prospektion der Agrippa-Straße durch das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege
- Dezember 2008: Abschluss der laufenden Wettbewerbsverfahren
- bis Ende 2008: Abschluss der Rahmenplanung und Ratifizierung in den jeweiligen Kommunen
- Anfang 2009: Durchführung eines „Tourismus Workshops“ zur Diskussion des bisherigen Ansatzes sowie der langfristige Chancen, Ziele und Multiplikatoren für die Römerstraßen im Rheinland aus Sicht des Tourismus
- Anfang 2009: Erarbeitung eines „Erlebnisraum Römerstraße“ – Logos sowie einer Projekt-Homepage
Stadt Erftstadt, Stadt Hürth und Stadt Köln
in Projektkooperation mit den Kommunen Bad Münstereifel, Blankenheim, Dahlem, Kall, Mechernich, Nettersheim und Zülpich
