Oberbergischer Kreis, Förderverein Schloss Homburg
A-Projekt
Das Schloss Homburg liegt in Mitten der wertvollen Kulturlandschaft des Homburger Ländchen, einer Landschaft mit hohem Erholungs- und Freizeitwert, in räumlichem und historischem Bezug zu den Kommunen Wiehl und Nümbrecht und in Anbindung an den Agglomerationsraum Köln/Bonn. Bei dem auf Nümbrechter Gemeindegebiet gelegenen Schloss handelt es sich um eine Anlage aus dem 13. Jahrhundert, der nach einer Zeit des baulichen Verfalls und der teilweisen Zerstörung im 18. und vor allem im 19. Jahrhundert mit der Gründung eines Museums mit kunst- und kulturhistorischen sowie naturkundlichen Sammlungen im Jahre 1926 wieder eine Zukunft gegeben wurde, die nunmehr für die touristische Entwicklung der Region von großem Wert ist.
Ziel des Museums ist es, die Lebensbedingungen der Menschen in der Region des Bergischen Landes umfassend darzustellen und zeitgemäß zu vermitteln. Zu diesem Zweck wurde die Dauerausstellung des Museums im Jahr 2004 neu konzipiert. Darüber hinaus existiert seit über 15 Jahren ein museumspädagogischer Dienst, der sein Angebot der Vermittlung der Ausstellungs- und Museumsinhalte kontinuierlich und erfolgreich ausgeweitet und durch Veranstaltungen ergänzt hat. Heute zählt das Museum etwa 80.000 Besucher jährlich und hat sich damit zu einem wichtigen kulturellen Zentrum in der Region Köln/Bonn entwickelt.
Die gesamte Anlage wurde im Jahr 1964 an den Oberbergischen Kreis verpachtet und Instand gesetzt. Seit 1970 ist das Schloss Homburg im Eigentum des Oberbergischen Kreises. Drei Jahre später wurde auf den Fundamenten der ehemaligen barocken Orangerie ein neuer Ausstellungsraum errichtet. Dieser Bau weist inzwischen erhebliche bauliche und funktionale Mängel auf und ist zentraler Anlass für den Projektantrag im Rahmen der Regionale 2010. Das südöstlich unterhalb des Schlosses gelegene so genannte „Rote Haus“ ist wohl der letzte Überrest – oder ein Nachfolgerbau – eines fast dreimal so langen Gebäudezuges.
Oberbergischer Kreis, Bürgerschaft und Wirtschaft des Kreises wollen die bauliche Situation und die Nutzungsmöglichkeiten grundlegend verbessern und darüber das Schloss langfristig und nachhaltig neu positionieren. Ziel des Projektansatzes ist es, durch die Einrichtung eines „Forum und Museum Schloss Homburg“ als Begegnungszentrum für Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft der kulturhistorisch bedeutsamen Anlage eine zukunftsgewandte räumliche, nutzungsbezogene und wirtschaftliche Perspektive zu geben. So wird die Grundlage für ihren baulichen Erhalt, ihre Inwertsetzung und ihre behutsame Entwicklung geschaffen. Das neue Gebäude des Forum Schloss Homburg soll auf dem Platz der derzeitigen Orangerie entstehen und mit einem neuen Foyer- und Empfangsgebäude direkt an das Sayn´sche Haus – dem Hauptgebäude des Schlosses - angebunden werden. Gleichzeitig soll der Standort im Rahmen des Kultlandschaftsnetzwerkes der Regionale 2010 in die wertvolle, das Schloss umgebende Kulturlandschaft des Homburger Ländchen/Bröltal eingebunden werden.
Architektonischer Realisierungswettbewerb
Um eine hochwertige bauliche Konzeption für die Anlage zu erhalten, die die historische Situation aufnimmt und neu interpretiert, wurde im Herbst 2005 ein begrenzter architektonischer Realisierungswettbewerb ausgelobt. Dieser Wettbewerb schließt sich einem ersten Architektenwettbewerb an, der 1999 durchgeführt wurde und dessen Ergebnisse in Öffentlichkeit und Politik sehr kontrovers diskutiert wurden, so dass diese Planungen nicht weiterverfolgt wurden.
Im Rahmen einer Jurysitzung wurde der neuerliche Realisierungswettbewerb im Dezember 2005 zu Gunsten des Kölner Architekten van den Valentyn entschieden: Kernstück dieses Entwurfs sind zwei geschwungene Stahl-/Glaspavillons mit Stahlbetondecken neben dem Sayn´schen Haus und auf dem Platz der derzeitigen Orangerie. Diese Museumserweiterungen aus eingeschossigem Eingangspavillon auf der oberen Terrasse und dem zweigeschossigen Ausstellungspavillon auf Barockgartenebene (Orangerie) dokumentieren den historischen Höhenversprung der beiden Ebenen und fördern den homogenen gestalterischen Gesamteindruck des kleinen Ensembles. Die beiden Gebäude treten mit ihrer Architektursprache der Massivität der historischen Häuser und Burgmauern selbstbewusst, aber gleichzeitig bescheiden entgegen. Die bauliche Symbolik des leichten, zart blauen Schmetterlings der zwei Glaspavillons verbindet in besonderer Weise die Aspekte Natur und Kultur.
In einem zweiten Bauabschnitt soll das so genannte „Rote Haus“ vor dem Burgareal zu einem zweiteiligen „Langhaus“ verlängert werden und neben ergänzenden Museumsfunktionen vor allem und mit Bezug zum Schloss eine gastronomische Nutzung aufnehmen.
Die Ergebnisse des Wettbewerbs sind im Anschluss an die Jurysitzung in den zuständigen Gremien der Gemeinde Nümbrecht und des Oberbergischen Kreises zustimmend zur Kenntnis genommen worden. Der Öffentlichkeit wurden die Ergebnisse des Wettbewerbs und die weiteren geplanten Schritte zur Umsetzung im Rahmen einer Ausstellung und einer öffentlichen Informationsveranstaltung Anfang Februar 2006 präsentiert und zur Diskussion gestellt.
Das architektonische Konzept wird zwischen der beauftragten Architekten-Arbeitsgemeinschaft und einer Arbeitsgruppe bestehend aus einem Vertreter des Oberbergischen Kreises, der Bezirksregierung Köln und dem beauftragen Projektsteuerer schrittweise in Richtung Genehmigungsplanung konkretisiert und dabei eng mit einer interfraktionell besetzten Arbeitsgruppe des Kreistages abgestimmt.
Freiraumkonzept
Um eine der avisierten, qualitativ hochwertigen baulich-architektonischen Konzeption und dem Standort entsprechende Entwicklung und Gestaltung der Außenanlagen zu gewährleisten und um das Schlossareal intelligent in die umgebende Kulturlandschaft einzubinden, bedarf es einer qualitätvollen Freiraumgestaltung. Hierzu wurde im Mai 2007 ein beschränkter landschaftsarchitektonischer Wettbewerb ausgelobt, um auf Grundlage dessen ein Planungsbüro für die Gestaltung der Außenanlagen auszuwählen und zu beauftragen. Im September 2007 wählte das Preisgericht einstimmig das Hannoveraner Büro "lad + landschaftsarchitektur diekmann" zum ersten Preisträger.
Neben einer Sichtbarmachung und Inszenierung des Schlosses inmitten der alten und reichen Kulturlandschaft des Homburger Ländchen ist die Ausgestaltung der unterschiedlichen Ebenen und Terrassen eine Leitidee des Siegerentwurfs und somit die Grundlage der weiteren Entwicklung des Areals. Zudem wurde mit der Entwicklung eines so genannten „Impulsbausteins“ Wert gelegt auf eine schrittweise Entwicklung und Umsetzung des Gesamtkonzeptes. Im Zusammenhang mit den hochbaulichen Aktivitäten konzentriert sich der „Impulsbaustein“ auf das Umfeldder beiden Neubauten.
Nutzungskonzept und Businessplan
Neben der architektonisch-baulichen Konzeptionierung wurde mit Unterstützung eines auf diese Fragestellungen spezialisierten Büros ein Businessplan mit Nutzungs-, Betriebs- und Wirtschaftlichkeitskonzept für das "Forum und Museum Schloss Homburg" entwickelt, um das Projektvorhaben auf dieser Ebene fortzuentwickeln und zu qualifizieren. Das Nutzungskonzept für das Forum setzt sich aus drei unterschiedlichen Säulen zusammen: Sonder- und Wechselveranstaltungen, Kulturveranstaltungen und Vermietungen. Die Ausstellungen und wirtschaftlich attraktive Veranstaltungen sind in diesem Zusammenhang als Eigenveranstaltungen des Museums konzipiert und basieren auf positiven Erfahrungen aus dem laufenden Museumsbetrieb. Weitere Kulturveranstaltungen sollen in Kooperation mit regionalen Partnern durchgeführt werden, während sich das Vermietungsangebot in erster Linie an die Wirtschaft des Kreises richtet, da das Schloss bereits heute als „gute Stube der Wirtschaft des Oberbergischen Kreises“ gilt. Tagungen, Kongresse, Empfänge, Präsentationen, Symposien etc. könnten künftig in dem neuen Ausstellungspavillon veranstaltet werden. Über das Jahr verteilt soll das Forum etwa zu zwei Drittel für kulturelle Veranstaltungen genutzt und zu einem Drittel mit Fremdnutzungen belegt werden.
Parallel und im direkten Zusammenhang mit der Erarbeitung des Nutzungskonzepts wurde ein Businessplan aufgestellt, der die wirtschaftlichen und betrieblich-organisatorischen Fragestellungen klärt und das Projektvorhaben damit auf eine solide ökonomische Basis stellt.
Memorandum
Auf Grundlage und in Weiterentwicklung des existierenden Projektdossiers wurden die oben aufgeführten Planungsschritte mitsamt belastbarer Aussagen zur Projektfinanzierung und zum Projektmanagement in Form eines Memorandums zusammengeführt. Das Memorandum dient der ausführlichen Darstellung des Projektes und dokumentiert zusammenhängend den bereits vollzogenen Planungsprozess, beschreibt den Stand der Planungen zum aktuellen Zeitpunkt und weist gleichzeitig den Weg in die Zukunft. Das Memorandum diente zudem als Grundlage der Verleihung des A-Stempels durch Minister Oliver Wittke auf dem 'Langen Tag der Region' am 21. Juni 2007 in Bonn.
09/2005
- Auslobung eines städtebaulich-architektonischen Realisierungswettbewerbes
12/2005
- Preisgerichtssitzung des Wettbewerbs
02_03/2006
- öffentliche Ausstellung der Wettbewerbsergebnisse und öffentliche Bürgerinformationsveranstaltung
- Information des Fördervereins Schloss Homburg e.V., der Fraktionen und Ausschüsse des Kreistages sowie des Rates der Gemeinde Nümbrecht [zustimmende Kenntnisnahmen der zuständigen politischen Ausschüsse]
06/2006
- Erarbeitung eines Projektdossiers
08/2006
- Dokumemtation des Wettbewerbs
ab 08/2006
- Qualifizierung des Betriebs- und Nutzungskonzepts und Erarbeitung eines Businessplans
05/2007
- Auslobung eines begrenzten landschaftsarchitektonischen Realisierungswettbewerbes
21/07/2007
- A-Stempel-Verleihung im Rahmen des 'Langen Tag der Region' in Bonn
08/2007
- Erarbeitung des Memorandums
09/2007
- Preisgerichtssitzung des landschaftsarchitektonischen Realisierungswettbewerbes
- Veröffentlichung/Versand des Memorandums
15/11/2007
- Übergabe des ersten Zuwendungsbescheids durch die Bezirksregierung Köln
05/2008
- Installierung einer Kernarbeitsgruppe zur intensiven Begleitung der ARGE
13/08/2008
- Übergabe des zweiten Zuwendungsbescheids durch die Bezirksregierung Köln
11/12/2008
- Beschluss des Kreistages über die Baumaßnahmen
02/2009
- Abriss der Orangerie
- Ausführungsplanungen und weitere, vertiefende Planungen
- Vorbereitung der Baumaßnahmen: Abbruch der Orangerie und Grabungsarbeiten durch das Rheinische Amt für Denkmalpflege
- Konkretisierung des Nutzungs- und Betriebskonzeptes [Synchronisation mit dem Bau-/Raumkonzept]
- Entwicklung eines Präsentations- und Kommunikationskonzeptes
- Konzeptionelle Weiterentwicklung der Erweiterung des „Roten Hauses“
