Stadt Königswinter I Rhein-Sieg-Kreis
A-Projekt
Königswinter und der Drachenfels sind Orte mit einem hohen Bekanntheitsgrad und großen Identifikationskraft in der Region Köln/Bonn und darüber hinaus. Die über 200-jährige Geschichte des Drachenfels als internationales Tourismusziel weist auf die kulturelle und historische Bedeutung des Ortes hin. Während Königswinter und der Drachenfels als Tourismusort bis in die 80er Jahre des vorherigen Jahrhunderts hinein einen Boom erlebt haben, erscheint der Ort heute ‚in die Jahre gekommen’. Seit Jahren stagnieren die Besucherzahlen, städtebauliche und gestalterischen Missstände in der Altstadt und entlang der Wege auf den Drachenfels stehen im starken Kontrast zur Attraktivität der Landschaft im Siebengebirge und den z.T. hochwertigen Stationen entlang des Weges auf den Drachenfels [z.B. Schloss Drachenburg] und somit zu den nach wie vor vorhandenen touristischen Potenzialen des Ortes.
Das gesamtperspektive Königswinter_Drachenfels befasst sich als städtebauliches Schwerpunktprojekt der Stadt Königswinter und des Rhein-Sieg-Kreises im Rahmen der Regionale 2010 mit einem Entwicklungskorridor vom Rheinufer in der Altstadt von Königswinter über die Talstation der Drachenfelsbahn, die Mittelstation und Schloss Drachenburg bis hoch auf den Drachenfels mit der Burgruine sowie den angrenzenden Landschaftsräumen. Vor allem durch städtebauliche Entwicklungen, Investitionen in die Gestaltung und Ausstattung der öffentlichen Räume und die touristische Infrastruktur am Drachenfels sowie durch ein zeitgemäßes Konzept der Besucherlenkung und Informationsvermittlung soll der Tourimusstandort Königswinter_Drachenfels nachhaltig aufgewertet werden. Dabei ist die Neugestaltung des Drachenfelsplateaus der zentrale Baustein des Gesamtprojektes. Die Gesamtperspektive Königswinter_Drachenfels als rahmensetzendes Planungskonzept für den Standort muss den Anforderungen von Städtebau, Stadtentwicklung und Stadtgestaltung, Landschafts- und Naturschutz, Naherholung und Tourismus sowie der kulturhistorischen Bedeutung des Ortes gerecht werden.
Um der Vielschichtigkeit der Planungsaufgabe [Städtebau, Landschaftsplanung, Naturschutz, Tourismus] sowie der kulturellen und historischen Bedeutung des Ortes gerecht zu werden, stand zu Beginn des Projektes die Betrachtung des Ortes aus unterschiedlichen [Fach-]Perspektiven. Im Rahmen mehrerer Fachgutachten [Städtebau, Freiraumplanung, Tourismus/Naherholung, Literatur und Kulturhistorie] wurde die aktuelle Situation des Ortes bewertet und es wurden Handlungsanforderungen an die zukünftige Entwicklung formuliert. Auf Basis der Ergebnisse der Fachgutachten wurde in den Jahren 2005 und 2006 in enger Abstimmung mit den Schlüsselakteuren vor Ort in einem kooperativen Planungsprozess die ‚Gesamtperspektive Königswinter_Drachenfels’ formuliert. Die Gesamtperspektive stellt den planerischen Rahmen und die Qualitätsmaßstäbe für die Entwicklung des Projektgebietes dar. Sie definiert die Zielvorstellungen in den einzelnen Teilräumen des Plangebiets und zeigt auf, wann in welchem Teilbereich wie die weitere Planung und Umsetzung mit welchen Verfahren vonstatten gehen soll und von welchen Investitionskosten hierbei überschlägig auszugehen ist. Die Gesamtperspektive stellt damit eine Art Projektfahrplan für die weitere Entwicklung dar. Mit Hilfe von Wettbewerben, Workshops und kooperativen Planungen wird die Gesamtperspektive nun entlang der gesetzten Prioritäten schrittweise ausformuliert. Die Planungsverfahren, der Einbezug der Öffentlichkeit und die Kommunikation des Projektes nach ‚Innen’ in die Bürgerschaft der Stadt Königswinter und nach ‚Außen’ in die Region und darüber hinaus standen und stehen im Mittelpunkt der Projektentwicklung in den Jahren 2007 und 2008.
Die ‚Gesamtperspektive Königswinter_Drachenfels’ korrespondiert mit den städtebaulichen Sanierungsmaßnahmen ‚Altstadt Königswinter’ und ‚Königswinter Drachenfels’.
Als Verständigungsbasis und Zielvereinbarung aller Akteure im Raum und als Qualitätskompass für die weitere Entwicklung ist die Gesamtperspektive in einem städtebaulich-freiraumplanerischen Memorandum zusammengefasst worden.
- Entwicklung einer Kommunikationsstrategie für die Gesamtperspektive
- Auslobung des städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerbs zur Gestaltung des öffentlichen Raumes entlang der Tourismusachsen in der Altstadt von Königswinter unter Beteiligung der Öffentlichkeit
- Auslobung des Wettbewerbs zur Vermittlung von Kulturlandschaft im Zusammenhang mit dem Projektansatz :gesamtperspektive Klosterlandschaft Heisterbach
- Abschluss des Wettbewerbsverfahrens 'östliche Drachenfelstr./Talstation'
- Abschluss der kooperativen Planung zum leit :projekt ‚Bereich Schloss Drachenburg – Mittelstation – Burghof’
- Fortschreibung des Tourismuskonzeptes für das Siebengebirge mit integrierten Gastronomiekonzept für Königswinter_Drachenfels
- Auslobung des internationalen Realisierungswettbewerbes zur Neugestaltung des Drachenfelsplateaus
:städtebaulich-freiraumplanerisches Memorandum
Dezember 2005
Vorstellung des Entwurfs des Memorandums im Planungsausschuss und Rat der Stadt Königswinter
06/09/2006
Beschluss des Planungs- und Umweltausschusses der Stadt Königswinter zur Gesamtperspektive
18/10/2006
Beschluss des Rates der Stadt Königswinter zur Gesamtperspektive
17/11/2006
Beschluss des Planungsausschusses des Rhein-Sieg-Kreises zur Gesamtperspektive als städtebauliches Schwerpunktprojekt des Kreises im Rahmen der Regionale 2010
08/12/2006
Verleihung des A-Projekt-Status durch den Ausschuss der Regionale 2010
03/2007
Einrichtung einer Projektsteuerung vor Ort
06/2007
Veröffentlichung des städtebaulich-freiraumplanerischen Memorandums zur Gesamtperspektive
11/2007
Auslobung des Wettbewerbsverfahrens 'Östl. Drachenfelsstr./Talstation'
