Anlass der Zukunftsinitiative Stadtregion Köln-Rhein-Erft (früher: Integrierte Interkommunale Raumanalyse (IIRA))
Die Vernetzung der regionalen Wirtschaft, Verkehrswege und Siedlungs-struktur und Natur und Kulturlandschaften war Beginn und Herausforderung einer gesamtheitlichen siedlungsgeografischen und ökologischen Betrachtung eines mit den Städten Köln, Hürth, Frechen und Pulheim sowie dem Rhein-Erft-Kreis gemeinsam definierten Untersuchungsraums.
Mit einem gleichlautenden Beschluss der politischen Gremien in allen beteiligten Städten und im Erftkreis, im Frühjahr 2002, wurden die Arbeiten an dieser Initiative begonnen und in zahlreichen Arbeitskreisen vertieft. Mit diesem beispielhaften Ansatz der Zusammenarbeit wurde die Zukunftsinitiative im März 2003 gemeinsam als Projekt der Regionale 2010 angemeldet.
Im laufenden Jahr 2008 haben die Planungsausschüsse aller beteiligter Städte folgenden gleichlautenden Beschluss gefasst: Die Verwaltung wird beauftragt, in Zusammenarbeit die vorgeschlagenen Ziele und Maßnahmen auf Grundlage und in Detaillierung des Siedlungsräumlilchen Strukturmodells der ,dezentralen Konzentration‘ regional abgestimmt umzusetzen. Hierbei ist die bewährte Arbeitsform in interkommunalen Arbeitskreisen beizubehalten. Im Hinblick auf die erforderliche Vertiefung sind thematische Arbeitskreise zu fachspezifischen Themen einzurichten, z.B.:
Demografische Entwicklung
(Wohn-)Siedlungsentwicklung
Verkehrsentwicklung
Wirtschaftsstruktur und Gewerbeentwicklung
Versorgung/Regionales Einzelhandelskonzept
Schutz der Kulturgüter
Freiraumentwicklung
Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, Gesundheitsschutz
Aufgaben der Zukunftsinitiative Stadtregion Köln-Rhein-Erft:
Arbeitsplatzsicherung, Wohnversorgung, Umweltschutz, Erhalt des sozialen Gefüges und nicht zuletzt die weitestgehende Sicherung der Funktionen des Naturhaushaltes sind Aufgaben, denen sich die räumlich-funktionale Stadtentwicklungsplanung annehmen muss. Die Interkommunale Integrierte Raumanalyse stellt sich als Instrument der regionalen Strukturentwicklung und damit der Stärkung der Konkurrenzfähigkeit des Wirtschaftsstandortes dar. Sie wird als Plattform der überregionalen Präsentation und als Sprach-rohr gemeinsam formulierter kommunaler Handlungserfordernisse der be-teiligten Gebietskörperschaften fungieren.
Auf der Grundlage einer systematischen Bestandserhebung aller siedlungs-geografischen und ökologischen, statistisch und örtlich erhobenen Informa-tionen und der Analyse und Bewertung dieser Erkenntnisse werden für alle weiteren Einzelplanungen sowie für die Bauleitplanung der jeweiligen Städte die Grundlagen geschaffen und die Planungsempfehlungen erarbeitet.
Inhalt und Verfahren der Zukunftsinitiative Stadtregion Köln-Rhein-Erft:
Die Erarbeitung erfolgt in zwei parallel und unabhängig voneinander verlau-fenden Prozessen, in dem ökologischen Teil und in dem siedlungsgeogra-fischen Teil.
1. Ökologische Raumanalyse
Erfasst, analysiert und bewertet werden in Anlehnung an die Kriterien derUmweltprüfung folgende Umweltfaktoren:
Orts- und Landschaftsbild und Relief
Biotoptypen/Biotoptypenvernetzung
Klima, Luftgüte/Luftschadstoffe und Lärm
Gewässer und Boden
Gefahrenschutz und Kulturgüterschutz
2. Siedlungsgeografische Raumanalyse
Erfasst, analysiert und bewertet werden hier folgende städtebauliche und siedlungs- geografische Kriterien:
Charakteristik des Siedlungsraums
Wohn- und Gewerbesituation/-versorgung/-bedarf
Infrastrukturelle Ausstattung der Siedlungsbereiche
Zentren und Versorgung
Verkehrsinfrastruktur [MIV/ ÖPNV]
Für beide Themenbereiche wird von den jeweiligen Fachleuten unabhängig voneinander eine Planungsempfehlung erarbeitet. Mit der anschließenden Verbindung beider Teile werden Übereinstimmungen und Konflikte deutlich. Diese Konflickte aus unterschiedlichen Nutzungsansprüchen an den Raum wurden einer fachlichen Gewichtung und Abwägung unterzogen, um an-schließend eine integrierte Planungsempfehlung zu erstellen.
Die integrierte Planungsempfehlung ist sowohl Grundlage der abgestimmten Fortschreibung der Flächennutzungspläne als auch Basis neuer Handlungs-felder wie:
Entwicklung interkommunaler Gewerbegebiete
gemeinsame Wohnungsmarktentwicklung
Aufstellung eines regionalen Einzelhandelskonzeptes
Beschleunigung interkommunaler Verkehrsprojekte (z. B. 3. Verkehrsring)Entwicklung regionaler Biotopvernetzungsstrukturen
Die Ausformulierung dieser Handlungsfelder als moderierter Prozess erfolgt im Rahmen regionaler fachspezifischer Arbeitsgruppen, zusammengeführt auf einer jährlich geplanten regionalen Fachkonferenz mit einer breiten Fach-öffentlichkeit. Vorab und parallel werden Bürger und Bürgerinnen sowie die zuständigen kommunalen und rgionalen Gremien informiert und konsultiert.
Damit zielen die Umsetzungshorizonte der durch die Zukunftsinitiative Stadtregion Köln-Rhein-Erft angestoßenen regionalen Impulse weit über den Zeithorizont 2010 hinaus.
Daher hat der Ausschuss der Regionale 2010 in 2009 beschlossen, das Projekt künftig, und im Sinne einer kontinuierlichen Fortführung, beim Region Köln/Bonn e.V. zu betreiben


